Servus,
hat zwar nix mit der Konditionierung zu tun, aber rechnen wir mal realistisch:
Da wir ja wissen, dass eine längere Strecke ansteht, haben wir das Auto an der Wallbox zu 100% geladen. Wir können unseren 64,8 kWh Akku auf ca. 10% leer fahren, wobei man das nicht bis auf den letzten Kilometer planen kann. Gehen wir von günstigen Bedingungen aus, liegen wir bei ca. 18 kWh/100 km. Das wären rechnerisch rund 320 km.
Jetzt laden wir nach, allerdings nur bis 80%, denn dann fällt die Ladekurve stark ab. Damit kommen wir dann rund 280 km.
Könnte klappen, ist halt dann stark vom echten Verbrauch abhängig. Zudem würde man am Zielort fast leer ankommen. Ist der Verbrauch minimal höher, dann ist der 2. Ladestopp in jedem Fall Pflicht.
Nun, ich bin beruflich immer wieder mal längere Strecken unterwegs. Meist hier aus dem Süden nach Frankfurt (rund 450 km) oder in den Raum Köln (ca. 650 km). Nach FFM ist es mit einem Ladestopp machbar, nach Köln sind es in jedem Fall 2 Ladestopps. Aber ich habe das Auto ja auch für meine Frau geholt… Ich mache mir diesbezüglich halt schon meine Gedanken, denn e-Auto mit der Ladegeschwindigkeit des Niro würde mich auf so einer Fahrt eine Menge zusätzliche Zeit kosten, verbunden mit der Frage, bekomme ich am Zielort (stressfrei -mir fehlt dazu die Erfahrung) mein Auto wieder auf 100% geladen. Im direkten Vergleich dazu fahre ich zu beiden Zielorten mit meinem Verbrenner (X3, Diesel, 3.0d) und einem 70l Tank zu beiden Zielorten ohne einem einzigen Zwischenstop. Es reicht, am Zielort zu tanken um wieder nach Hause zu kommen, ohne dass der Tank leer ist.
Aber alles egal, uns war bewusst, dass er Niro EV nicht der Ladeweltmeister ist. Das Auto wird Schnellladesäulen vermutlich nicht oft sehen, da das Auto eher nur rund ums Haus bewegt wird.
Die Hauptkritikpunkte am Niro sind sicher die Ladegeschwindigkeit und die praktisch nicht vorhandene Ladeplanung. Letzteres soll ja per Update behoben werden.
Nicht falsch verstehen, das soll keine Kritik am Auto sein, ich sehe das halt auch immer im Blickwinkel des Unternehmers, der halt deutlich längere Reise bzw. Wartezeiten sieht. Fährt man 2x im Jahr damit in den Urlaub, dann werden längere Ladestopps das „Kraut nicht fett machen“.